25.02.2026
Großer Ansturm auf die Informationsveranstaltung

Die Freien Wähler Ruhpolding hatten Bürgerinnen und Bürger unter dem Motto „Politischer Aschermittwoch“ in den Seminarraum des Ruhpoldinger Hofs geladen. Schon vor dem Beginn der Veranstaltung zeichnete es sich ab, dass der gewählte Raum viel zu klein war und so dauerte es einige Zeit bis alle Zuhörer ihren Platz fanden. Dennoch konnte die Veranstaltung pünktlich durch den Bürgermeister-Kandidaten Xaver Utzinger eröffnet werden. Nach der Begrüßung der Anwesenden, unter denen sich auch viele Vertreter der anderen Parteien befanden, mahnte Utzinger einen fairen Umgang mit dem politischen Gegner in den sozialen Medien an.  Dabei spielte er auch auf die Themen Vereinsbeirat und Leerstand der Geschäfte im Ortszentrum an, die im Netz heftig diskutiert wurden. Anschließend schilderte er, wie es zur Gründung der Freien Wähler Ruhpolding kam und verwies auf die Umsetzung wichtiger Projekte der vergangenen Legislatur-Periode welche – parteiübergreifend - erfolgreich abgeschlossen werden konnten. Trotz dieser Erfolge dürfe nicht hinweg gesehen werden, dass in nächster Zeit riesige Herausforderungen auf die Gemeinde zukommen würden. Dabei verwies er beispielhaft auf die anstehenden Pflichtaufgaben wie die Ausstattung und Neuansiedlung der Feuerwehr, den Ausbau der Kläranlage aber auch noch nicht absehbare Investitionen in die Chiemgau-Arena, falls eine Bewerbung um die Ausrichtung einer Weltmeisterschaft erfolgreich verlaufen sollte. Das alles verlange Augenmaß und einen verantwortungsvollen Umgang mit den finanziellen Mitteln der Gemeinde. Dazu bedarf es des Dialoges, denn nur dieser ermögliche den Fortschritt.

In diesem Sinne äußerten sich auch die beiden amtierenden Gemeinderäte Wolfgang Heigermoser und Ralf Gstatter. Beide betonten unter anderem wie wichtig Ihnen der Respekt gegenüber den bisherigen Entscheidungsträgern sei. Letzterer betonte auch die Bedeutung einer guten Zusammenarbeit zwischen Gemeinderat und Verwaltung und nannte exemplarisch das Bauamt. Für weitreichende Entscheidungen der Gremien brauche es dazu fundierte Grundlagen, die von der Verwaltung bereitgestellt werden müsse.

Anschließend wurden die anderen Gemeinderats-Kandidaten vorgestellt, welche die Gelegenheit nutzten, ihre jeweiligen Schwerpunkte darzulegen. Gemeinsam betonten sie die Stärkung des Tourismus im Einklang mit Natur und Landwirtschaft als wichtigste Einnahmequelle im Ort, die Unterstützung der Vereine durch die Gemeinde und die Förderung des Ehrenamtes. Wichtig sei ferner die nachhaltige Pflege der Liegenschaften trotz knapper finanzieller Mittel nach dem Motto: „Politik braucht Gespür für das Machbare aber auch für das den anderen Zumutbare“.

In einer kurzen Zusammenfassung verwies Utzinger auf sein Team, das aus einer guten Mischung von alteingesessenen Ruhpoldingern und engagierten Neubürgern bestehe. Letztere bieten gerade durch ihre breit gefächerten beruflichen Kompetenzen die Chance, die Zukunft Ruhpoldings aktiv zu gestalten.

In der sich anschließenden Fragerunde wurden neben den politischen Dauerbrennern Hotelansiedlung, Fest- und Bürgersaal und dem Bäder-Komplex das Thema Transparenz bei den Entscheidungen des Gemeinderates adressiert. In diesem Zusammenhang wurde gefragt, ob die Einrichtung eines frei zugänglichen Gemeinde-Archivs möglich wäre. Zum Thema offene Ganztagesschule konnte Ralf Gstatter berichten, dass es Ruhpolding gelungen sei, den Bedarf ausreichend abzudecken. Zum Thema Rauschbergbahn bedurfte es zum Schluss noch einige Klarstellungen bezüglich deren Schließung, welche erst im November 2022 erfolgte und nicht schon 2017, wie angenommen wurde. Zum Abschluss der Veranstaltung dankte Utzinger den Besuchern für das überaus große Interesse und regte an in entspannter Atmosphäre mit den Kandidaten ins Gespräch zu kommen und in kleineren Gruppen weiter zu diskutieren.